Wir sind die ABDA!?

Diejenigen von uns, die sich schon ein wenig länger in der Berufsvertretung „herumtreiben“, kennen den Satz: sowie man etwas leiser oder lauter Kritik an „Leistungen“ der Standesvertretung äußert, wird die Diskussion mit einem beherzten „Was wollen Sie denn? Wir sind doch alle die ABDA!“ getötet.

Prinzipiell ist es richtig: Auch wir sind ein Teil der ABDA – oder sollten es zumindest sein, denn wir sind ein nicht unerheblicher Teil der Berufsöffentlichkeit. Aber eine ABDA, die sich anfängt, immer mehr abzuschotten, die statt einer offenen Diskussion mit Vertretern aller Berufsgruppen nur noch im eigenen Saft „schmort“, eine ABDA die nur noch Inkenntnissetzt statt zu diskutieren, zu entwickeln und zu Ergebnissen zu kommen, reprästentiert eben nur noch einen kleinen Teil des Berufsstandes. Der Rest fühlt sich nicht vertreten und eben auch nicht als Teil dieser ABDA(-Vertreter).

In Berlin „durften und dürfen“ wir die Nichtvertretung ja leider seit den letzten Wahlen erleben: Wir bekommen Informationen oft nur im Nachhinhein zur Kenntnis, dürfen en-block abstimmen nach dem Motto „Alles oder nichts!“ (ApBetrO) oder am besten gar nicht (ABDA-Haushalt), Fragen werden immer öfter mit Geheimhaltung abgeblockt und Diskussionen im Keim (oder durch entsprechende Sitzungsführung) erstickt. Das führt auch nur kurzfristig zu Stärkung der eigenen Position (oder eher des Postens) und mittelfristig zu Frust und Verärgerung bei allen Nichtvertretenen und letztendlich zu einer Schwächung der Berufsvertretung an sich, sucht man sich andere Mittel und Wege zur Vertretung und im Zweifelsfall auch andere Vertreter. Statt Geheimniskrämerei und Schadensersatzforderungen tut offene Kommunikation und Diskussion Not, Verbreiterung der Basis und der Vertretung statt Einspurigkeit. Wir brauchen offene Diskussionen nach innen, um nach außen einheitlich aufzutreten, denn nur aus der Vielfalt kann Stärke erwachsen! Wenn wir das schaffen, kann auch das Fragezeichen weg, denn dann sind wir alle (wieder) die ABDA!