Alles Käse? – Über Öffentlichkeitsarbeit

Käse
Bildquelle: Kerstin Kemmritz

Na, erwischt? Hat jemand bei dem Titel an die ABDA-Öffentlichkeitsarbeit gedacht? Aber nein, diesmal geht es gar nicht um die ABDA, sondern um Urlaubserlebnisse. Oder darum, wie man selbst aus Käse etwas machen kann. Meinen Sommerurlaub habe ich nämlich dort verbracht, wo mich der eine oder andere vielleicht schon mal hingewünscht hat: In der Unterwelt. Genauer gesagt: in den Kellern von Roquefort. Also zusammen mit ganz schön viel Käse! Was hat das jetzt mit Öffentlichkeitsarbeit der Apotheker zu tun? Wir können davon lernen, wie man selbst aus unattraktiven Dingen etwas Begehrenswertes machen kann. Geht leider nur für Käse, aber immerhin …

Sicher fällt es – trotz Kenntnis des einen oder anderen Apothekenkellers – schwer, sich einen unwirtlicheren Ort vorzustellen als die Produktionskeller von Roquefort, die vor allem eines sind: dunkel, feucht und stinkig. Käsemacher ist also kein wirklich attraktiver Beruf. Selbst für Apotheker nicht. Dennoch haben es die „Roqueforter“ geschafft, daraus eine so spannende Tätigkeit zu machen, dass einerseits einfältige Touristen Geld für eine Führung durch die Katakomben bezahlen und andererseits gut aussehende junge Leute sich dafür hergeben, diese Führungen bei eisiger Kälte durchzuführen.

Und so wurden wir von Gaelle, einer langbeinigen und -haarigen Studentin durch kalte Höhlen geführt, in der sie uns in stoischer Ruhe (ok, es war saukalt) und in niedlichstem Franzenglisch die Geschichte eines Schäfers erzählt, der einer französischen Schönheit nachläuft, dabei sein Pausenbrot vergisst und es nach seiner Rückkehr (er hatte die Schönheit wohl nicht einholen können) in eine Roquefort-Stulle verwandelt wiederfindet! Die fehlende Plausibilität der Geschichte wurde durch eine beeindruckende Ton- und Lichtbildschau ersetzt und mit ansprechenden Marketingmaterialien und einer anschließenden Verkaufsverkostung garniert (Es war ja eine Käsefahrt!). In einem gut gemachten Imagefilm wurden alle mit der Käseproduktion beschäftigten Berufe vor- und durch gut aussehende, nette und glückliche junge Leute dargestellt, die alle stolz waren, für diesen Käse das Beste zu geben!

Tja, und da sind wir wieder bei den Apothekern. So einen Imagefilm könnten wir doch auch hinkriegen, denn seien wir mal ehrlich: Wir geben doch auch tagtäglich unser Bestes für jede Menge Käse! Bis dahin überlege ich mir schon mal eine nette Geschichte für die Führung durch meinen Apothekenkeller. Eine Käsestulle werde ich sicher noch finden. Oder ich nehme eine alte Salbe. Mal sehen, was draus wird …

Bewerbungen netter junger Apotheker und gutaussehender Frauen nehme ich natürlich auch gerne entgegen.

• Societe: Imagefilm 150 Jahre Roquefort