Aus unserer Arbeit (BAV)

 

Wir sind alle Mitglieder des gleichen Vereins, dem nicht nur der Abschluss eines Arzneimittel- und einiger Hilfsmittellieferverträge übertragen ist, sondern dessen weitere Aufgaben in der nachhaltigen Unterstützung der Vereinsmitglieder bei den alltäglichen Fragen der Unternehmensführung und vor allem auch in der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation seiner Mitglieder und der entsprechenden Interessenvertretung dafür liegt. Dazu haben wir uns in einer Wählergemeinschaft zusammengeschlossen, um unsere speziellen Erfahrungen und Kompetenzen sowie unser Verständnis von einem modernen, zukunftsfähigen und nutzbringenden Verein einzubringen. Und dazu sind wir von unseren Wählern gewählt worden.

Die Praxis in der Vorstandstätigkeit sieht jedoch oft genug sehr nüchtern aus, denn wir werden immer noch als Opposition angesehen und als Beisitzer an einigen Entscheidungen nicht direkt beteiligt. Nach unserem Demokratie- und Satzungsverständnis sind die Aufgaben, die im und für den Verein zu tätigen sind, unter Berücksichtigung der jeweiligen Kompetenzen und Erfahrungen an die von den Mitgliedern gewählten Vorstandsmitglieder zu übertragen. In der Praxis werden jedoch für einzelne Aufgaben Delegierte und Vertreter per Mehrheitsbeschluss im Vorstand gewählt, die nur aus der Liste des Vorsitzenden stammen oder von ihm vorgeschlagen werden und noch nicht einmal Mitglied im Vorstand sind. Da unsere Angebote zur intensiveren Mitarbeit meist nicht angenommen oder überhaupt nicht nachgefragt werden, sind wir Beisitzer ohne echte eigene Aufgabengebiete und können unsere Mitarbeit bis auf wenige Ausnahmen meist nur auf Fragen und Diskussionen beschränken. So geschieht die Arbeit von uns ziemlich unmerklich, da wir als Minderheits-Liste „natürlich“ auch nicht im Vereins-Rundschreiben über uns wichtige Themen berichten „dürfen“.

Hier ein Auszug aus dem, was wir dennoch versuchen:

  • 2017: Vorschlag zum Aufbau von günstigen Pooling-Angeboten für Büroartikel. Im Protokoll ohne weitere Diskussion „verschwunden“.
  • 2017: Diskussion über den Vorschlag, Rx-Arzneimittel bei Kundenreklamation nach AMK-Rückrufen unbürokratisch mit „Ersatzbeleg“ vom Apotheker austauschen und abrechnen zu dürfen – statt neuem Rezept vom Arzt – wurde im Keim erstickt.
  • Vorschlag Antrag DAT2015: Anpassung der Vergütung an Inflationsrate, bis anderes Vergütungsmodell beschlossen werden kann. Vom Vorstand des BAV mehrheitlich abgelehnt.
    Hier der Antragstext: BAV-DAT2015-2
  • Vorschlag Antrag DAT2015: Wegfall des Zwangsabschlags bei Rabattarzneimitteln zur Kompensation des Mehraufwands. Vom Vorstand des BAV mehrheitlich abgelehnt.
    Hier der Antragstext: BAV-DAT2015-1
  • Vorschlag Antrag DAT2015: Anpassung der Rezepturarbeitszuschläge sowie anderer Zuschläge laut AmPreisVo. Hier werden diverse Ideen von uns angenommen und be- und eingearbeitet, jedoch stets unter der Prämisse, dass eine Quersubventionierung aus dem Grundhonorar erfolgt und die Rezeptur weiterhin finanziell für die Ärzte „attraktiv“ bleibt.
  • 2014 Resolution zu Nullretaxationen
    Nachdem der Vorstand mehrheitlich abgelehnt hat, mit dem Thema der durch ein BSG-Urteil „abgesegneten“ Rechtmäßigkeit von Nullretaxationen an die Öffentlichkeit zu gehen, regen wir wenigstens die Verabschiedung einer Resolution auf der Mitgliederversammlung an. Gemeinsam erarbeitet der Vorstand eine sehr deutlich formulierte Resolution, die einstimmig auf der MV verabschiedet wird.
  • 2014 Mitarbeit an DAT-Anträgen
    Wir bringen Vorschläge zur Berechnung des Arbeitsaufwands bei Austausch nicht lieferbarer Rabattarzneimittel ein.
  • 2014 Gemeinsame Verantwortung im Vorstand
    Vor der konstituierenden Sitzung bieten wir die Übernahme von Verantwortung im Vorstand sowie die Bereitschaft zur Mitarbeit in Kommissionen oder als Delegierte an. Wir werden diesbezüglich jedoch nicht vom designierten Vorsitzenden angesprochen, sondern es werden dafür zunächst ausschließlich Mitglieder der Liste des Vorsitzenden bzw. von ihm ausgewählte Kollegen, die teilweise auch nicht einmal in den Vorstand gewählt wurden, ausgewählt, obwohl wir zur Übernahme der Verantwortung, die mit einer Wahl zum Vorstandsmitglied verbunden ist, bereit sind. Uns werden lediglich Stellvertreter-Posten für zwei Sitze in der Krankenkassenkommission (Lorra, Dr. Kesselhut), einen Vertreter-Posten für die Delegierte der ADA (Dr. Kemmritz) sowie einen Vertreter-Sitz für den Bundesverband Freier Berufe (Dr. Kesselhut) angeboten.
  • eGK
    Zum Jahreswechsel verliert die eGK ihre Gültigkeit. Wir fragen nach, ob die Apotheker verpflichtet sind, die Verordnungen im Hinblick auf die Verwendung der neuen eGK (Stichwort: Fälschungen!) zu prüfen. Immerhin erscheint am 2.1.14 ein Rundfax an die Kollegen.
  • Substitutionsausschlussliste
    Immer wieder machen wir auf die Gefahr der Listenmedizin aufmerksam und fordern stattdessen den Ausbau pharmazeutischer Bedenken. Erfolglos. Die Liste ist auch auf Wunsch des DAV auf dem Weg.
  • Antragsvorschlag zum DAT 2013:
    Abschaffung der Reimport- und Teststreifenquote sowie Auszahlung der Guthaben
    Der Teil bezüglich der Reimporte wird vom Vorsitzenden aufgegriffen. Die Teststreifenquote könne man nicht abschaffen, weil der DAV ja gerade im vdeK-Vertrag einer Erhöhung der Quote zugestimmt habe.
  • Tarifverhandlungen:
    Nach zwei Jahren wenig Bewegung (betriebliche Altersversorgung!) ist eine Tariferhöhung für die Mitarbeiter mehr als angebracht. Da die Erhöhung der Rohgewinne der Apothekenleiter jedoch weiterhin einer angemessenen Entwicklung hinterherhinkt,  „wünschen“ wir uns kreative Verhandlungsführungen und nicht eine pauschale gießkannenartige Erhöhung (Man kann auch Urlaubstage, Überstunden, LOB, Berufsjahre usw. verhandeln…). Die Mehrheit des Vorstandes stimmt einer Tariferhöhung nach Gießkannen-Prinzip zu.
  • vdeK-Vertrag:
    Wir lehnen eine Erhöhung der Teststreifenquote ab. Laut unserem Vorsitzenden würden jedoch die meisten Apotheken die Quote bereits locker erfüllen. Dafür bekämen wir bis Ende des Jahres die Rechtssicherheit, Beschaffungskosten bis 9 Euro abrechnen zu können. Die Mehrheit des Vorstandes stimmt dem zu.
  • Wirtschaftsplan 2013:
    Wir regen an, einen Haushaltsplan aufzustellen, zumal die Kosten für die einjährige Doppelbesetzung der Geschäftsführerstelle (zum Einarbeiten von Dr. Damer), die fehlenden Einnahmen aus den Datenlieferungen der RBA sowie die geringer werdende Liquidität und umfangreiche Renovierungsarbeiten am Haus nicht unerheblich erscheinen. Die Mehrheit des Vorstandes lehnt das ab. „Man hätte das nach so langer Erfahrung alles im Griff und würde verantwortungsvoll handeln.“
  • Neubesetzung der Geschäftsführerstelle:
    Wir regen an, den gesamten Vorstand in die Auswahl miteinzubeziehen und nicht nur den geschäftsführenden. Ausserdem wird diskutiert, gemeinsam ein Anforderungsprofil zu erstellen und ggf. die Einbeziehung betriebswirtschaftlicher oder juristischer Kompetenzen in ernsthafte Erwägung zu ziehen. Die Mehrheit des Vorstandes lehnt das ab. „Nur ein Apotheker kann die Geschäfte eines Apothekervereins führen. Die Auswahl obliegt einem engen Kreis des geschäfstführenden Vorstands. Man könne einem Bewerber keinen Bewerbungsmarathon vor so vielen Vorstandsmitgliedern zumuten.“
    Die Stelle wird mit der früheren BAV-Mitarbeiterin Dr. Susanne Damer, derzeit Vizepräsidentin der Apothekerkammer Berlin besetzt.
  • Antragsvorschlag zum DAT 2012:
    Vergütung für das Auftragen der Sonder-PZN: Wird von der Mehrheit des Vorstands abgelehnt, da das Thema Bestandteil der Honorarverhandlungen sein soll.
  • Verhandlungen zum Kassenabschlag:
    Wir fragen nach, ob man wirklich sicher sein könne, dass 1,75 € die rechtssichere Basis sei. Schließlich stünden die 2,05 € Kassenabschlag im Gesetz, bis etwas Neues verhandelt worden ist. Der Geschäftsführer stellt die Aussage in Frage, gibt aber nach Nachlesen im Gesetzestext zu, dass das unglücklich formuliert ist… Der DAV hätte sich abgesichert.
  • Antrag zur Tagesordnung der Mitgliederversammlung 2012:
    Bericht über die Entwicklung der Mitgliederzahlen des BAV sowie der Finanzlage. Ausblick in das nächste Jahr. Bis auf den Ausblick wird ein deutlich umfangreicherer Bericht als sonst gegeben.
  • Einbindung aller Vorstandsmitglieder
    Bei einem Vorstand, der Mitglieder zweier Listen enthält, halten wir es für sinnvoll, diese zweite Liste auch in die Geschäftsführung bzw. besondere Aufgaben einzubinden. Wir schlagen vor, einen von zwei Stellvertretern und einen Rechnungsprüfer sowie Vertreter der Liste in weiteren Kommissionen einzubinden. Die Mehrheit des Vorstandes wählt ausschließlich Mitglieder der eigenen Liste in die entsprechenden Positionen.
  • Clearing-Stelle 2009/2010
    In unseren Wahlaussendung regen wir intensiv die Einrichtung einer Clearing-Stelle für Hilfsmittel-Belieferungen nach dem Vorbild anderer Verbände an. Das Thema wird vom neuen Vorstand bzw. der Geschäftsführung zügig zu Beginn der neuen Legislaturperiode umgesetzt. Bis heute gehört die Clearing-Stelle zu den aktivsten der Verbändelandschaft.