Weil uns (nichts) mehr verbindet: Die Apobank auf dem Weg zur Ärztebank

BIldquelle: Jörg Sabel / www.pixelio.de

Ich lese nicht jeden Prospekt, der mir da mehr oder weniger glänzend ins Haus flattert. Wirklich. Aber manchmal hat man so ein Händchen für Schmutziges. Und so nahm ich doch neulich den Hochglanzprospekt der deutschen Apotheker- und Ärztebank e.G. in die Hand. Nach genauem Durchblättern war der Druckfehler auf dem Titel klar. Statt: „Weil uns mehr verbindet“ hätte es richtig heißen müssen: „Weil uns nichts mehr verbindet“, denn in dem Werbeprospekt mit 58 Seiten sind acht glückliche Ärzte abgebildet und zitiert. Kein einziger glücklicher Apotheker! Vielleicht gibt es die einfach nicht mehr?

Ich gebe zu, dass ich mich schon lange frage, wie es die Apotheker geschafft haben, dass die Apobank immer noch als Deutsche Apotheker- und Ärztebank firmiert (und nicht z.B. umgedreht, obwohl sie ja zur Beschaffung günstiger Kredite von Apothekern gegründet wurde. Könnte man heute auch machen…). Inzwischen hat man diesen „Fehler“ dann wohl bemerkt – und versucht ihn mit derartigen Prospekten zu korrigieren. Außer mir haben das auch noch andere gemerkt und sich beschwert (siehe auch einen Leserbrief in der DAZ Nr. 3/2013). Nicht gemerkt hat es wohl der Aufsichtsrat, in dem immerhin als Apotheker u.a. Friedemann Schmidt, Heinz-Günter Wolf oder der Medaillenträger Hermann S. Keller sitzen. Jedenfalls flattert mir mit dem letzten Kontoauszug (samt Gebühren und Überziehungszinsen) ein weiterer reiner Ärzteprospekt ins Haus. Genossenschaft verstehe ich anders. Da bin ich inzwischen ganz empfindlich. Wie heißt es so schön auf der Homepage: „Die apoBank ist eine Genossenschaft. Dementsprechend ist ihr Selbstverständnis geprägt vom Gedanken der Mitgliederförderung und der Selbsthilfe.“Mein unfreundliches Schreiben wird den Aufsichtsrat der Bank jedenfalls noch erreichen.Lesen Sie hier den Bericht vom Neujahrsempfang der Bank.