Das bisschen Haushalt! Über verpasste Sparmöglichkeiten

Natürlich kann die Apothekerkammer Berlin nichts dafür, dass ein Großteil ihrer Hauptbeitragszahler im nächsten Jahr massivste Einkommenseinbußen durch die veränderten Einkaufsstrukturen des AMNOG II und den erhöhten Zwangsrabatt erleiden wird. Und natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass es den Apothekern auch nicht wirklich hilft, wenn die Kammer nun selber intensivere Sparbemühungen an den Tag legt, nur weil viele ihrer Mitglieder das auch tun müssen.

Aber könnte es nicht auch genauso natürlich eine Selbstverständlichkeit sein, in solchen Zeiten noch ein wenig mehr Acht auf die Verwaltung der fremden Gelder zu legen, noch ein wenig mehr Anstrengung in Sparbemühungen zu stecken, noch ein wenig mehr die Notwendigkeit von Investitionen zu hinterfragen und einfach zu zeigen, dass man eben nicht nur eine Körperschaft der Selbstverwaltung, sondern auch eine Kammer der Selbstgestaltung ist?

Und so halten wir es für ein trauriges Signal, dass unserem Antrag, die Haushaltsausgaben im nächsten Jahr eben nicht wieder zu erhöhen, sondern gegenüber 2011 geringfügig abzusenken, nur wenige Delegierte der anderen Listen folgen wollten. So hätten wenigstens die Basisbeiträge der Apothekenleiter auf das gleiche Niveau der Grundbeiträge der Angestellten abgesenkt werden können, was gezeigt hätte, dass man die Zeichen der Zeit verstanden hat und zumindest im nächsten Jahr den Gürtel etwas enger schnallt. Natürlich hatten wir dazu notwendige Einsparvorschläge gleich mitgeliefert. Und so hilft es den Mitgliedern natürlich auch nicht, wenn der Vorstand wieder eine große Zufriedenheitsumfrage vorschlagen wird, um alle Kollegen „mitzunehmen“ und die Identifikation mit der Kammer zu steigern. Die kann man sich dann auf jeden Fall sparen. Ganz natürlich.