Kammer Berlin lehnt Honorarerhöhung für QMS ab!

Auf der Delegiertenversammlung der Apothekerkammer Berlin hat unsere Liste einen Antrag für den Deutschen Apothekertag zur Abstimmung gestellt, in dem wir die Politik auffordern, für den erhöhten Aufwand, der durch die Erstellung, Umsetzung und Ausführung des Qualitätsmanagmentsystems in Apotheken entsteht, eine angemessene Honorarerhöhung vorzunehmen. 

Natürlich wissen wir auch, dass es nicht die Politik, sondern die „erfolgreiche“ Intervention diverser Standesvertreter war, die das Zwangs-QMS in die Apothekenbetriebsordnung „reingeschrieben“ hat, damit nun endlich auch die Apotheken auf Augenhöhe mit anderen Berufen sein können. Trotzdem oder gerade deshalb ist eine Honoraranpassung für diese Dokumentationsausweitung zur Unzeit das Mindeste, was zu fordern wäre. Gerade auch von den Standesvertretern.

Schließlich ist die wirtschaftliche Situation der Apotheken in Gänze derzeit derart desolat, dass neue Aufgaben oder erhöhte Anforderungen wie die „ordentliche“ Umzusetzung eines QMS allein aus den vorhandenen Resourcen eben nicht mehr zu finanzieren sind, unabhängig von allen Honorarfoderungen der Standesvertreter. Neben der sicherlich sinnvollen Beschäftigung und Verbesserung von Arbeitsprozessen führen die bei einem QMS unvermeidbaren Formalismen sowie die Dokumentation weder zu einer besseren Qualität noch zu einer besseren Ausnutzung der Ressourcen zumal die Qualität durch die hohe fachliche Kompetenz und die staatliche Überwachung der Einhaltung von Vorschriften in Apotheken bereits sehr hoch war und ist (wobei es natürlich an der einen oder anderen Stelle immer noch besser geht). 

Statt besserer Qualität oder mehr Zeit für Wesentliches machen sich nun vielerorts Frust und Verzweiflung breit. Von daher ist unsere Forderung nach Honoraranpassung alleine für den QMS-Teil mehr als geboten. Um so erstaunter waren wir, dass sich doch eine äußerst heftige Diskussion um unser Ansinnen entspannte, die letztendlich sogar in einer Ablehnung des Antrags mit 12:22 Stimmen bei 2 Enthaltungen gipfelte. Die Argumente der Antragsgegner fasste der Geschäftsführer des Berliner Apothekervereins folgendermaßen zusammen: „Wir sind doch froh, dass wir endlich auch ein verpflichtendes QMS für die Apotheken haben! Da können wir jetzt nicht noch Geld dafür fordern!“

Dazu passt dann auch, dass einen Tag später der Vorstand des Apothekervereins einen Antrag der Liste 2 im BAV abgelehnt hat, wo wir eine Vergütung für das Auftragen (und Dokumentieren) der Sonder-PZN erreichen wollten. Das sind mehr als deutliche Statements von Personen, die offensichtlich noch nicht in der Realität angekommen sind oder gänzlich andere Erfahrungen haben als viele von uns.

Unsere abgelehnten Anträge:

Unsere angenommenen Anträge: