Impfquote steigern

Unser Antrag zum DAT 2017: Steigerung der Impfquote durch Bündelung heilberuflicher Kräfte

 

Antragstext:

Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert die kommende Bundesregierung auf, die Bemühungen zur Steigerung der Impfquote fortzuführen und die vorhandenen heilberuflichen Kräfte in Deutschland zur Verbesserung der Durchimpfungsrate noch stärker als bisher zu bündeln. Dazu sind gemeinsam Konzepte zu entwickeln, die die niederschwellig und flächendeckend verfügbaren Kompetenzen der Apotheker sowohl beim Impfpass-Check als beispielweise auch bei der Impfberatung oder bei der Durchführung von Auffrischungsimpfungen stärker als bisher nutzen, um so den hohen Bedarf sowohl an Aufklärungs- als auch Impfarbeit situationsgerecht und möglichst unkompliziert decken zu können.

 

 

Begründung:

Wer geimpft ist, schützt sich und andere, was jedoch nur gelingen kann, wenn eine ausreichend große Anzahl an Menschen geimpft wird, um damit für die notwendige „Herdenimmunität“ der Bevölkerung zu sorgen. Verschiedenste Untersuchungen zeigen, dass nicht nur generelle Impflücken, sondern auch die mit zunehmendem Alter abnehmende Impfbereitschaft Ursachen eines mangelhaften Impfschutzes sind, der zum Wiederaufflammen diverser Infektionskrankheiten führen und gerade auch bei Personen mit schlechtem Allgemeinzustand schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann. Erhalten beispielsweise in Berlin noch fast 90 % aller Neugeborenen binnen eines Jahres die erste Masernimpfung, sinkt die Impfbereitschaft bei den älteren Jugendlichen bis auf nur knapp über 30 %, so dass junge Erwachsene in Berlin keinen vollständigen Masern-Impfschutz mehr aufweisen. (www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/01_16.pdf?__blob=publicationFile)

 

Neben Ängsten vor Risiken und Nebenwirkungen sind vor allem auch organisatorische Gründe die Ursache für die abnehmende Impfbereitschaft, weil Impfungen entweder einfach vergessen werden oder die Terminvereinbarung zu kompliziert oder langwierig ist. Es ist daher im Interesse der Gesundheit aller, die vorhandenen heilberuflichen Kräfte noch stärker als bisher zu bündeln und durch verschiedenste Maßnahmen wie eine vermehrte Aufklärung und eine Vereinfachung des Zugangs zu Auffrischungsimpfungen die Durchimpfungsrate zu steigern.

 

In all diesen Bereichen können Apotheker als niederschwellig und flächendeckend erreichbarer Heilberuf die gesundheitspolitischen Ziele der Bundesregierung durch ihre Einbindung in gemeinsame heilberufliche Konzepte weiter fördern. Apotheker können nicht nur den Impfschutz überprüfen („Impfpass-Check“), sondern auch gemäß ihrem in der Apothekenbetriebsordnung beschriebenem Auftrag die Bevölkerung zur Vorsorgemaßnahme „Impfen“ beraten (z.B. Impfberatung für Kita-Kinder) oder – wie bereits in vielen europäischen Ländern üblich und notwendig – die Ärzte bei der Durchführung einer Vielzahl an Impfungen unterstützen.

 

Dazu sind gemeinsam Konzepte zu entwickeln, welche Aufgaben Apothekerinnen und Apotheker unter welchen Umständen zur Förderung der Impfquote erbringen können und sollen, um so miteinander für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung zu arbeiten. Die Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland sind dazu bereit!