Honorar an Inflationsrate anpassen

Antragsgegenstand: Anpassung der Apothekenvergütung an Inflationsrate

 

Antrag:

 

Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber auf, die öffentlichen Apotheken in Deutschland und ihre Inhaberinnen und Inhaber nicht noch länger von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung des Landes abzukoppeln und die in § 3 (1) der Arzneimittelpreisverordnung festgelegte Grundvergütung der Apothekenleistungen, bestehend aus einem prozentualen und einem festen Aufschlag, um die Inflationsrate in Deutschland seit der Umstellung der Apothekenvergütung im Jahre 2004 anzupassen. Zudem ist eine jährliche Überprüfung des Honorars zu verankern, damit eine Anpassung erfolgen kann, sobald die Inflationsrate um mehr als 5 % gegenüber der letzten Anpassung gestiegen ist.

 

Begründung

 

Die deutschen Apotheken erhalten bei der Abgabe einer Arzneimittelpackung eine Vergütung, aus der alle Leistungen einer Apotheke zu bestreiten und auch die Einkommen der persönlich haftenden Inhaberinnen und Inhaber einschließlich der notwendigen Steuern, Sozialabgaben und Finanzierungsleistungen zu generieren sind.

 

Dabei dient diese Vergütung sowohl der Sicherstellung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung und der kosten- und personalintensiven Gemeinwohlpflichten wie der individuellen Rezepturarzneimittelherstellung, den Nacht- und Notdiensten und der unabhängigen Information und Beratung in allen Arzneimittelfragen wie auch der Finanzierung der gesamten für die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung notwendigen Logistik. Des Weiteren stellen die Inhaberinnen und Inhaber der Apotheken aus diesem Honorar hochqualifizierte, wohnortnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze bereit, bilden Rücklagen für per Gesetz „verordnete“ Investitionen wie die Umbauten zur Barrierefreiheit und finanzieren nicht zuletzt auch die Service- und Dienstleistungen, die im Rahmen der Sozialgesetzgebung von den Apotheken für die Umsetzung der Fest- und Rabattverträge erfüllt werden müssen.

 

Seit der Umstellung der Apothekenvergütung im Jahre 2004 sind die Apotheken und ihre Inhaberinnen und Inhaber von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes abgekoppelt, da bei der einzigen bisher erfolgten Vergütungsanpassung im Jahre 2012 zwar die gestiegenen Gesamtkosten, nicht jedoch die erforderlichen Mehrleistungen sowie die Inflationsrate berücksichtigt wurden. Auf dieser Berechnungsgrundlage wird Mehrleistung bestraft und die Einkommensentwicklung der Apotheken auf dem Niveau von 2004 eingefroren.

 

Es ist mehr als überfällig, dass sich Leistung auch für Apothekerinnen und Apotheker wieder lohnt!

 

Antragsteller (auch aus der AAA):                           

Dr. Kerstin Kemmritz, Dr. Hans-Rudolf Diefenbach, Andreas Flöter, Dr. Kay Gehrke, Dr. Klaus Kreuschner, Robert Lorra, Dr. Christian Meisen, Dr. Silke Schneider, Manuela Spann, Ann-Kathrin Znoyek

 

Der Antrag wurde in einen Ausschuss der ABDA verwiesen. Die Thematik wird bei Gelegenheit immer wieder angebracht.