Mehr Auswahl bei pharmazeutischen Bedenken

Mehr Auswahl bei pharmazeutischen Bedenken

 

Antrag:

Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker fordert den Gesetzgeber sowie die zuständigen Gremien der Selbstverwaltung auf, das Auswahlspektrum bei Geltendmachung pharmazeutischer Bedenken auf alle verfügbaren Fertigarzneimittel auszudehnen, wenn die Apothekerin oder der Apotheker im bisherigen Spektrum des verordneten oder eines der drei preisgünstigsten Präparate kein geeignetes Arzneimittel zur Versorgung des Patienten oder der Patientin findet.

 

Begründung

Bisher kann eine Apothekerin oder ein Apotheker in besonderen und zu begründenden Fällen vom Austausch des verordneten Arzneimittels Gebrauch machen, wenn sie oder er begründete pharmazeutische Bedenken anführt. Die Austauschbarkeit ist bisher auf das verordnete sowie eines der drei preisgünstigsten Medikamente beschränkt. Findet sich aus pharmazeutischer Sicht in diesem Bereich kein geeignetes Präparat, muss das Rezept vom Arzt oder der Ärztin geändert werden, was einen hohen Arbeitsaufwand und vor allem eine Verzögerung bei der Versorgung des oder der Versicherten darstellt. Könnte in diesen Fällen die begründete Auswahl auf weitere Arzneimittel ausgedehnt werden, ohne dass die Verordnung geändert werden muss, ließe sich die Versorgung der Versicherten deutlich verbessern. Beispiele sind u.a. Teilbarkeit, Darreichungsform und Handhabung, Lieferfähigkeit, Dringlichkeit (Antibiotika, aber auch das neue Entlassmanagement, das eine N1 der Rabattfirma verlangt sind hier häufige Beispiele).

 

Antragsteller (auch aus der AAA):                           

Dr. Kerstin Kemmritz, Dr. Hans-Rudolf Diefenbach, Andreas Flöter, Dr. Kay Gehrke, Dr. Klaus Kreuschner, Robert Lorra, Dr. Christian Meisen, Dr. Silke Schneider, Manuela Spann, Dr. Björn Wagner, Carola Witte, Ann-Kathrin Znoyek

 

Der Antrag wurde von der Hauptversammlung in einen Ausschuss verwiesen, da es bei der Stärkung der pharmazeutischen Kompetenz und der Absicherung gegen Nullretaxation nicht nur um pharmazeutische Bedenken, sondern um die Anwendung der Sonder-PZN allgemein geht und der Antrag daher umformuliert werden sollte.

Der zuständige Ausschuss bei der ABDA hielt eine Weiterverfolgung der Thematik jedoch nicht für notwendig.

 

Siehe auch folgende Berichterstattung dazu: