Die Sache mit der Evidenz …

Quelle: ABDA
Quelle: ABDA

Als wir 2014 den Antrag verfasst haben, haben wir nicht ahnen können, dass er a) so weite Kreise zieht und b) so schwerfällig bearbeitet wird. Oder auch nicht bearbeitet wird. Denn eigentlich ist die Intention des Antrages ebenso klar wie der (langfristige) Auftrag, der eben noch nicht annähernd verstanden bzw. angefangen wurde:

Die Apothekerschaft bekennt sich zur Selbstmedikation (oder Selbstbehandlung der Kunden) als einem wichtigen Kerngebiet des Apothekers und entwickelt für diesen Teilbereich unseres naturwissenschaftlich geprägten Heilberufs im Sinne des verabschiedeten Perspektivpapiers 2030 eine Datenbank, in der die (wenigen) vorhandenen Daten zur Evidenz von OTC-Arzneimitteln hinterlegt werden. Das sollte möglichst in Anbindung an die (auch einmal fortzuentwickelnde) ABDA-Datenbank passieren und wenn es dann noch gelänge, die vorhandenen Evidenzdaten in eine schnell überschaubare Struktur zu bringen, wäre uns allen gedient und wir könnten gerade auch für die Beratung im Handverkauf die Evidenzlage mitberücksichtigen. Und auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass Evidenz berücksichtigen nicht automatisch bedeutet, Arzneimittel ohne Evidenzdaten nicht abgeben zu dürfen. Wir sollten nur als freier, unabhängiger Heilberuf wissen, wann wir ggf. außerhalb vorhandender Evidenz empfehlen und warum.

Nach Verabschiedung des Antrags hatten wir erwartet, dass die Antragsteller in irgendeiner Form zu einem offiziellen Treffen bzw. Brainstorming eingeladen werden würden, aber nicht, dass trotz diverser Nach- und Rückfragen vieler an dem Thema interessierter Leute irgendwann (ohne Information der Antragsteller) die „Lösung“ des Antragsanliegens in der Installation eines Newsletters, einer Kasuistik-Sammlung und der Veröffentlichung einer OTC-Evidenz-Serie in einer Fachzeitschrift gesucht wird!

Wir haben uns daher entschieden, die wenig zufriedenstellende Behandlung des Antrages in einem offenen Brief transparent zu machen und sind weiterhin nicht nur an der pragmatischen Umsetzung des Themas, sondern auch an einer aktiven Einbindung in die sinnvolle Umsetzung des Antragsgegenstandes interessiert. Derweil können Newsletter, Evidenz-Serie und Beispiel-Sammlungen als zweifelsohne sehr gute und hilfreiche Fortbildungsinstrumente dienen, die Intention des Antrages ist jedoch viel weitreichender und davon eben nicht annähernd erfüllt.

Den Text des offenen Briefes sowie Links zur Berichterstattung in den Fachmedien finden Sie hier.

Offener Brief ABDA VdPP 2015

Bericht in DAZ-online vom 31.12.2015

Bericht in apotheke adhoc vom 6.1.16

Florian Schulze (VdPP) in DAZ-online vom 14.12.15